
Deutsche Ortsgründung frouvinvvalde
Herleitung des Namens: frouve - Herrin; vvalde - der Kultur nicht
unterworfenes Land, benannt nach der Gutsherrin
von Börln
Die Geschichte des Dorfes wird belegt
durch Siedlungsfunde aus der Jungsteinzeit, der Bronzezeit und der sich
anschließenden Eisenzeit. Für über 5000 Jahre war die Gegend des heutigen Frauwalde auf Grund seiner Lage immer wieder ein interessanter Siedlungsort. Mitte
des 12. Jahrhunderts lenkten Lokatoren im Auftrag des Ritters von Börln
thüringische, flämische und fränkische Kolonisten in den Süden der
Heide. In diese Zeit fällt die deutsche Dorfgründung.
Frauwalde
bleibt nur für kurze Zeit als geschlossener Ort im Besitz der
Rittergutsherrschaft. Die Bauern der rechten Seite des Lossabaches und
das Vorwerk gelangten bereits 1188 als Stiftung in das neu gegründete
Zisterzienserinnenkloster Sitzenroda. Die linke Bachseite verblieb beim
Rittergut Börln.
Im Winter 1430/31 verheerten die
Hussitenzüge die Heidedörfer. Frauwalde brannten sie nieder. Die
Menschen überlebten das Morden nicht. Erst 1472 gilt der Ort wieder als
bewohnt.
Nicht besser erging es den Bauern auch
im Dreißigjährigen Krieg. Nach Kirchenbucheintragungen von 1643 gab es
nach der schwedischen Besetzung in Frauwalde weder Menschen noch Vieh.
Erst ab 1673 bestand das Bauerndorf wieder.
Historisch
interessant sind heute die bronzezeitlichen Hügelgräberfelder im
Kranich, die sie über den Lerchenweg nach Falkenhain erreichen. Ein
zweites Gräberfeld befindet sich am Ramschen Holz nach Ochsensaal. Im
"Höllenpfort", an der Butterstraße, liegt ein Teufelsstein mit
Runenzeichen. Der ursprünglich vorhandene Hexenpfuhl (Opferteich)
verlandete bereits in vergangenen Jahrhunderten und wurde bei
Meliorationsarbeiten endgültig trocken gelegt. Bei dieser Gegend
handelt es sich um eine alte Ding- oder Tingstätte.
Im
Vereinshaus des Heimatvereines befinden sich in einer Dauerausstellung
Zufallsfunde der Siedlungszeiten auf dem Frauwalder Höhenrücken.
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