

Deutsche Ortsgründung Tammenhain
Reihendorf
mit ehemaligen Großgut
Waldhufen und Gutsschläge
Herleitung des Namens: damhan
zweigliedriger Ortsnamen
dam - Siedlung eines Tammo, erscheint für Thancmer
ahd./mhd. Danc - Dank, Denken, Gedanken
hayn - ahd.han
Die Gemeinde Thammenhain liegt am
Westrand der Dahlener heide im Nahbereich des Schildberges. Wahrzeichen
des Ortes ist das Schloß der sächsischen Adelsfamilie von Schönberg. Es
wurde 1890/91 im Stil der Neo-Renaissance umgebaut und ist heute wieder
im Besitz der früheren Rittergutsfamilie.
Seine
urkundliche Erstbenennung kann der Ort zurückführen auf die Urkunde der
Kirchweihe des Zisterzienserinnenklosters Sitzenroda. Darin wird unter
anderen der plebanus de Domus Heinricus de Tammenhayn, der Pfarrer des Domes (Hauses) Heinrich aus Tammenhayn, benannt.
Die
Thammenhainer besaßen über lange Zeit zwei Dorfkirchen. In der
Oberkirche befindet sich der Grabstein von Samuel Wagner, dem
Urgroßvater des Komponisten Richard Wagner. Er lebte von 1666 bis 1706. Im
Unterdorf stand seit 1658 die Schloß- bzw. Hofkirche. Sie wurde 1713
umgebaut und verschwand nach Baufälligkeit 1949 durch Abriß.
Berühmter
Sohn des Ortes war Bischof Johann VI: von Salhausen. Er wurde 1444 als
Sohn der hiesigen Herrschaftsfamilie geboren. Als Meißner Bischof (1487 - 1518) ließ er das Wurzener Schloß erbauen und residierte dort in Mitten des Wurzener Stiftgebietes.
Einen
Namen machte sich auch der von 1897 bis 1926 berufene Pfarrer Paul
Seltmann. Bekannt wurde er durch sein soziales Engagement und als
Naturforscher. Er gründete den evangelischen Blaukreuzbund in Sachsen,
einem Verein gegen Alkoholmissbrauch.
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